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Nachrufe - Mika Salo

Erinnerungen an Roland Ratzenberger – von Mika Salo

Der Finne Mika Salo begann seine Motorsportkarriere schon als kleines Kind im Kartsport. Nach einigen Jahren in den nationalen Nachwuchsformeln wechselte Mika Salo wie Roland nach Japan. Roland und Mika Salo fuhren in Japan viele Rennen gegeneinander und wurden sehr gute Freunde. Auch Mika Salo fand 1994 den Weg in die Formel 1. Rund einhundert Formel 1 Rennen fuhr der Finne für Lotus, Tyrrell, Arrows, BAR und Toyota. Zu seinen Highlights gehören ohne Frage, sechs Rennen bei der Scuderia Ferrari 1999. Dort schrammte er nahe an einem Rennsieg in Hockenheim vorbei. Mika Salo nannte seinen zweiten Sohn Roland und steht noch immer mit Fam. Ratzenberger in Kontakt.

Irgendwie hatte ich in Imola immer ein gutes Rennen. Ich mag den Ort. Aber für mich hat der Grand Prix in San Marino immer einen bitteren Nachgeschmack. Jeder erinnert sich an die schreckliche Zeit vor zehn Jahren, als Ayrton Senna starb. Natürlich auch ich. Ayrton Senna kannte ich persönlich nicht. So erinnert mich das Imola Wochenende an meinen Freund Roland Ratzenberger.

Ich war in einem Lokal in Tokyo, ich ging öfters mit Roland in dieses Lokal. Es war Nacht, weil wir einen halben Tag voraus waren wegen der Zeitverschiebung. Der Besitzer des Lokals kannte mich weil ich schon öfters dort war. Er sagte, dass er im Fernsehen gerade einen schweren Formel 1 Unfall gezeigt hätte. Er wusste nicht welcher Fahrer es war. Dann sagte er mir ich solle ins Hinterzimmer kommen, wo das TV Gerät stand. Ich konnte sehen, dass es Roland war. Ich konnte auch gleich sehen das er schwer verletzt war, weil sein Helm blutverschmiert war. Ich wusste es sofort es war sehr schlimm. Die Party stoppte in diesem Moment und ich ging nach Hause.

Roland war ein großartiger Freund. Meine Formel 1 Karriere hätte mir viel mehr Spaß gemacht, wenn er noch dabei gewesen wäre. Er war immer ehrlich und versuchte nie jemand zu sein, außer der Mann der er war. Das erste mal traf ich ihn durch Alan Docking, als er 1990 Rennen für Alan fuhr. Roland war ein sehr guter Freund von Alan. Roland versuchte immer mir zu zeigen wie man diese Formel Wagen fährt.

Wir begannen uns zusammen herumzutreiben und als ich nach Japan ging Rennen zu fahren, war Roland schon dort. Das war für mich sehr gut und wir gingen wieder viele gemeinsame Wege. Wir waren zusammen auf vielen Partys . Er hatte keine Wohnung in Tokyo und so war er oft in meiner Wohnung. Er versuchte immer wieder sich meine Freundin Norioko anzulachen. Nun ist Norioko meine Ehefrau.

Ich kam mit Roland nach Österreich und er mit mir nach Finnland, so lernten wir die Eltern jeweils das anderen kennen. Es war ein sehr schöne Freundschaft. Wir machten normales Zeug zusammen, sprachen viel über Privates, über das Leben und über Partys. Das wichtigste war, wir hatten eine Menge Spaß!

Ich habe keine besondere Erinnerung an ihn, weil es so viele gibt. Es ist jetzt schon zehn Jahre her, seitdem er starb, aber es macht mich noch immer traurig, wenn ich an ihn denke. Er wollte leidenschaftlich gerne in der Formel 1, und ich wusste was er machen musste, um dort hinzukommen. Er erzählte mir etwas besonderes, dass er machen musste, einige Wochen bevor er in die Formel 1 ging. Ich musste Ihm versprechen es niemanden zu verraten. Das macht noch trauriger. Es war für ihn sehr schwer dort hinzukommen und er war nicht im besten. Er musste nehmen was ihm angeboten wurde, wie viele junge Fahrer, die keinen großen Sponsor hatten. Nach ein paar Rennen war alles vorbei.

Ich denke er hat gut in die Formel 1 gepasst. Sein Talent versprach viel, aber mit einem kleinen Team wie Simtek ist es sehr schwer und er musste viel riskieren.

Ich konnte zu seiner Beerdigung leider nicht kommen. An diesem Wochenende fuhren wir in Japan und das Team wollte keinen von uns weglassen. Ich besuchte sein Grab in Salzburg später. Und an jedem Formel 1 Wochenende in Imola, während andere zu Ayrton Sennas Unfallort pilgern, lege ich bei Rolands Unfallort Blumen nieder.

Es erschüttert mich, dass er der vergessene Mann ist, dass er immer von Ayrton überschattet wird. Natürlich meine ich das nicht respektlos, aber ich denke es ist traurig, dass die Leute ihn vergessen haben. Denn er war ein großartiger Freund und Mensch. Das wichtigste jedoch ist, dass wir ihn nie vergessen werden.

Mika Salo

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